Restless Legs – wenn der Körper nachts nicht zur Ruhe kommt
Wenn die Beine unruhig werden, sobald man stillliegen möchte, wenn Kribbeln, Zucken oder ein innerer Bewegungsdrang den Schlaf rauben – dann sprechen wir vom Restless-Legs-Syndrom (RLS).
Was viele unterschätzen: Dieses Phänomen ist weit verbreitet und belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche und das gesamte Nervensystem.
Was beim Restless-Legs-Syndrom im Körper passiert
Beim RLS handelt es sich um eine neurologische Funktionsstörung, die das zentrale Nervensystem betrifft.
Im Gehirn und Rückenmark wird die Weiterleitung von Reizen und Bewegungsimpulsen nicht richtig reguliert – vor allem in Ruhephasen.
Die genauen Ursachen sind komplex, aber häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle:
Störungen im Dopamin-Stoffwechsel – der Neurotransmitter, der Bewegung und Ruhe steuert
Eisenmangel im Gehirn – Eisen ist notwendig für die Dopaminbildung
Nervenirritationen oder Durchblutungsstörungen
Genetische Veranlagung
Medikamente (z. B. Antidepressiva, Antihistaminika, Blutdruckmittel)
Symptome – wenn Ruhe zur Qual wird
Typisch sind:
Kribbeln, Ziehen, Brennen oder Druckgefühl in den Beinen (seltener auch in Armen)
Starker Bewegungsdrang, besonders in Ruhe und nachts
Einschlafstörungen und häufiges Aufwachen
Erleichterung nur durch Bewegung – Aufstehen, Laufen, Dehnen
Viele Betroffene beschreiben es, als ob „Strom durch die Beine fließt“ oder „die Muskeln keine Ruhe geben“.
Dadurch entsteht ein Teufelskreis aus Unruhe, Schlafmangel und Erschöpfung.
Warum Ruhe schwerfällt – die Rolle des Nervensystems
Das Restless-Legs-Syndrom ist ein Paradebeispiel dafür, wie eng Nervensystem, Emotion und Körper miteinander verbunden sind.
Oft zeigt sich hinter der körperlichen Unruhe auch eine tiefere innere Spannung:
unausgesprochene Sorgen, Überforderung, oder ein Nervensystem, das durch Dauerstress überreizt ist.
Wenn der Körper abends endlich abschalten soll, meldet sich das, was tagsüber verdrängt wurde.
Der Sympathikus bleibt aktiv – der Teil des Nervensystems, der für Alarm- und Aktivitätszustände verantwortlich ist.
Körperarbeit und Massage – wenn Berührung beruhigt
Sanfte Massagen, Lymphdrainage oder Fußreflexzonenbehandlungen können helfen, das Nervensystem zu beruhigen und die Durchblutung zu fördern.
Besonders wirksam sind:
Bein- und Fußmassagen mit warmem Öl
Lymphaktivierende Griffe, um Stauungen zu lösen
Sanfte Dehnungen und Mobilisation
Atemarbeit und bewusste Entspannung
Diese Formen der Körperarbeit unterstützen den Parasympathikus – also den Ruhe-Nerv – und helfen, dass der Körper wieder lernt, loszulassen.
Ernährung & Mineralstoffhaushalt
Ein ausgeglichener Eisen-, Magnesium- und B-Vitamin-Haushalt ist für RLS entscheidend.
Auch Dopamin wird aus Aminosäuren gebildet, die nur bei ausreichender Eiweißzufuhr vorhanden sind.
Wichtig sind daher:
Eisenreiche Lebensmittel (z. B. Hafer, Hirse, Hülsenfrüchte, rotes Fleisch in Maßen)
Magnesiumcitrat oder Glycinat (zur Muskel- und Nervenentspannung)
Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D
Omega-3-Fettsäuren (für die Nervenleitfähigkeit)
Psychische und emotionale Aspekte
Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, sich innerlich zu entspannen – selbst in sicheren Momenten.
Man könnte sagen: Der Körper will ruhen, aber die Seele ist noch unterwegs.
Innere Unruhe, Angst, Leistungsdruck oder Schuldgefühle wirken wie kleine Dauerimpulse im Nervensystem.
Deshalb hilft bei RLS nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Regulation – z. B. durch:
Atemübungen
Meditation oder Yoga Nidra
Körperwahrnehmungstraining
Coaching oder Gesprächstherapie
Wenn RLS ernsthaft ist
In schweren Fällen kann eine neurologische Behandlung sinnvoll sein.
Ebenso wichtig ist, andere Ursachen (z. B. Eisenmangel, Nervenentzündungen, Schilddrüsenstörungen, Diabetes) ärztlich auszuschließen.
Doch bevor DAS notwendig wird, höre auf deinen Körper und wende dich deinem Inneren zu.
Habe keine Angst davor, es gehört alles zu Dir, es gehört alles zum Leben, Du bist nicht verkehrt!
Wir sind hier um zu lernen.
Zusammenfassung
Restless Legs sind kein Zeichen von „Unruhe im Kopf“, sondern Ausdruck eines überreizten Nervensystems – körperlich und seelisch.
Der Körper wird immer deutlicher um Dir zu zeigen, dass etwas nciht stimmt und Du tätig werden solltest.
Sie erinnern uns daran, dass Ruhe nicht nur körperlich, sondern auch emotional gelernt werden muss.
Mit gezielter Körperarbeit, Achtsamkeit, Ernährung, Sport und Bewusstheit kann der Körper wieder Vertrauen in der Stille finden.
Denn selbst in Bewegung sucht der Mensch letztlich nur eines: Ruhe.